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Methoden

Berührungen, Massagen, Halt

Die Erfahrung zeigt, dass die Entspannung der Mutter oder der Eltern gegeben sein muss, um ein übererregtes, panisches Schreibaby zu beruhigen. Deshalb arbeite ich nicht nur mit speziellen Entspannungsmassagen für das Baby, sondern auch mit der Mutter und/oder dem Vater, um deren Entspannung zu unterstützen. Was den Eltern hilft, hilft auch dem Baby und was dem Baby hilft, hilft auch den Eltern.

Dazu bediene ich mich spezieller Berührungen, Massagen und Körperübungen, aber auch Angebote körperlichen Halts für Mutter und Kind. Sich einfach mal anlehnen zu dürfen oder gehalten zu werden, ist gerade auch für Eltern in Krisensituation mehr als ein einfaches menschliches Bedürfnis.

Ressourcenorientierung

In meiner Arbeit gehe ich den Ursachen für eine eventuelle Störung in der Ruhe und Entspanntheit des Babys auf den Grund, indem wir über den Ablauf der Schwangerschaft, Geburt und ersten Zeit danach reden. Dies ist mein Ansatzpunkt für das Finden der eigenen Ressourcen, die Eltern von Schreibabys in Krisensituationen oftmals nicht mehr sehen.

Gerade in Krisensituationen greift man unter Umständen panisch nach Tipps und gut gemeinten Ratschlägen von außen, von Schwiegermüttern, Nachbarn, Freunden, Experten, in Büchern, Zeitschriften, Fernsehsendungen, ... die Welt ist voll von solchen Ratschlägen und Besserwissern. Ihnen ist gemein, dass sie oft beliebig und nicht wirklich hilfreich sind. Wie oft schielt man nach dem, was "normal" genannt wird, und überhört dabei die eigene innere Wahrheit? Das, was unser eigenes Herz sagt, geht in all diesem Getöse unter. Und das Baby schreit sich weiter sein Herz aus dem Leib.

Dabei liegen die wichtigsten Ressourcen, die wir haben, in uns selbst: Nennen wir sie Intuition, innere Stimme, Stimme des Herzens, Mutter- bzw. Vater-Instinkt. Dazu kommen all die Signale, die unser Körper uns gibt. Erst wenn diese Ressourcen ausgeschöpft sind, macht es Sinn, im sozialen Umfeld nach Antworten zu suchen.

Unterstützung und Halt, nicht Therapie

Die ressourcenorientierte Krisenintervention nach Paula Diederichs will in erster Linie unterstützen, nicht therapieren, und von daher sind die inneren Ressourcen der Eltern der wichtigste Beitrag, um die Krise zu überwinden. Der Halt, den wir in uns selbst wieder finden, ist das Fundament, auf dem der soziale Halt erwachsen kann, der diese schwierige Lebensphase meistern hilft.

Darüber hinaus übersieht man in der SchreiBaby-Krise die kleinen alltäglichen Erleichterungen, die manches abmildern könnten. Eine halbe Stunde Pause oder Ruhe, eine Umarmung, ein wenig Halt im Familienbett kann eine ganze Menge bewirken und lässt sich leichter realisieren, als man denkt. Doch dafür gilt es, die eigenen Bedürfnisse wirklich wahr zu nehmen, was nicht jedem leicht fällt. Gerade weil man in unserer Gesellschaft derart stark darauf programmiert ist, möglichst alles alleine, ohne fremde Hilfe zu bewältigen und ständig zu funktionieren.